Plattdütschke Witze

Plattdütschke Witze[1]

In de Gastwirtschaft „Diers“ sitt Walter mit sien Arbeitskollegen. As de Beiden al un poor Buddel Beer drunken harrn, fragt Walter sien Arbeitskollegen: „Kennst du Mozart?“ „Flüchtig. Lesten Dingesdag hebbe ik üm bi Schwierkings in’e Wirtschaft draapen.“
„Jetzt lüggst du aber“, säggt Walter. „Wieso leege ik?“, fragt de Kollege.
„Dingesdaags hebbt Schwierkings toe“
 
In’e „Ratsstuben“ in Rehrn sitt un Amerikaner. De prahlt dor rümme, datt he äben 10 groote Beer up Ex utdrunken harr. Wer üm dat namaaken dee, de kreeg von üm 100 Dollar. Toerst meldt sik kiener. Doch denn gifft Walter üm to verstahn, datt he dat woll maaken woll.
He steiht up un geiht na buten. Na twintig Minuten kummt Walter woller rin un geiht an’e Theke. He drinkt 10 groote Beer up Ex un kriggt de 100 Dollar. Nu fragt de Amerikaner, wat he denn äben buten maakt harr?
Walter säggt:
„Ik wörr bi Schwierkings in’e Wirtschaft un hebbe utprobeet, of ik dat woll schaffen kunn.“
 
As in de lesten Wääke Walter sien Arbeitskollege alleene in'e „Ratsstuben“ seet und sien Beer drünk, keem dor un grooten fossen Kerl rin un fröög: „Is hier jemand de Schulze heet?“

De Arbeitskollege melde sik. De groote Kirl güng up üm to, schlöög üm von Hocker und güng weg. De Arbeitskollege rappelde sik woller hooch und sä ton Wirt: „Junge, denn hebbe ik aber rinläggt.“

[1] Hardemann, Friedhelm, Plattdütschke Witze

De Pastor und siene Beene

In den 1970er Jahren traf sich regelmäßig Montags der „Montags-Katerclub“ und spielte Skat. Eines Montags kam der Pastor dazu, der sich für das Skatspielen interessierte und setzte sich an den Tisch. Er streckte seine Beine unter dem Tisch aus und trat dabei dem gegenübersitzenden Spieler gegen das Schienbein. Die Reaktion: „Herr Pastor, Se könt sick up düssen Platz sedden!“. „Warum soll ich das“, fragte der Pastor. „Ja, denn hebt Se ehre Beene gliecks bi sick.“

Die Brücke

Barveraner Musiker waren unter anderem zu vielen Anlässen unterwegs, um für die nötige Stimmung zu sorgen. Nach einer Festlichkeit in Dörpel, die bis zum Sonnenaufgang dauerte, wurde der Heimweg zu Fuß angetreten. Die Musiker nahmen eine riskante Abkürzung, denn die Hilfsbrücke mit Brettern über die Aue war im angesäuselten Zustand ein Wagnis. Trotzdem erreichten alle Musiker das andere Ufer schadlos. Aus Dankbarkeit spielten sie nach der Überquerung den Choral „Großer Gott wir loben dich".

Aus: Jubiläum 125 Jahre Posaunenchor Barver

Kino in Barver

„Nach der Währungsreform 1948, kam auch das „ Kino“ nach Barver. Eine Firma aus Weyhe fuhr mit ihren Geräten und Filmen übers Land und kam meistens freitags nach Barver. Um 20.00 Uhr begannen dann die Vorführungen mit der „Fox“ Tönende Wochenschau. Informationen, die schon durch Zeitungen und Rundfunk bekannt waren, konnten nun in Bild und Ton „bestaunt“ werden. Filme wie „Grün ist die Heide“ mit Sonja Ziemann und Rudolf Prack füllten den Saal und die Kinokasse. Aber auch Filme wie „Dick und Doof“ wurden gerne gesehen.

Einmal wurde ein Aufklärungsfilm über Geschlechtskrankheiten gezeigt. Hier hatte unser Dorfpolizist Adolf Völker alle Händevoll zu tun. Männlein und Weiblein mussten, im Gegensatz zu sonstigen Kinobesuchen, getrennt sitzen. Zwischen den Geschlechtern war ein Zwischenraum von einem Meter erforderlich. Die Trennung der Stuhlreihen wurde zusätzlich mit einem gespannten Seil gekennzeichnet. Jugendliche unter 18 Jahren hatten keinen Zutritt. Alle Vorschriften wurden über die gesamte Länge des Filmes vom Polizisten überwacht.“[1]

[1]Hollberg, Wilhelm, Unser Dorf und seine Bewohner im Wandel der Zeit“, S. 278

Die Polizei dein Freund und Helfer

Wilhelm verließ nach einigen Stunden angeregter Gespräche und entsprechenden Bieren und Schnäpsen das Wirtshaus. Er steuerte geradeaus auf sein am Straßenrand ordnungsgemäß geparktem PKW zu. Er setze sich auf den Fahrersitz und wollte gerade den Schlüssel in das Zündschloss stecken, als es an Seitenscheibe klopfte. Wilhelm drehte die Scheibe herunter und erkannte einen Polizisten der sagte: „Wollen Sie etwa noch fahren?“ Wilhelm schlagfertig: „Nun nich mehr“, stieg aus und ging zu Fuß nach Hause.

Ein Pony an der Theke

Es war wieder Diepholzer Großmarkt. Ein Lohauser Mitbürger besuchte den Viehmarkt. Dort traf er viele Bekannte und es wurde auch einige alkoholische Getränke verkonsumiert. Bei der Versteigerung erwarb der Lohauser ein Pony und machte sich schwankenden Schrittes mit dem Pony zu Fuß auf den Heimweg. Bevor er jedoch sein Haus erreichte, kehrte er in der Gastwirtschaft in Lohaus ein. Das Pony kam mit in die Gaststätte und war natürlich sehr verstört und „äppelte“ in den Gastraum. Das war für den Wirt nun doch zu viel und er verwies den Gast mit seinem Pony energisch aus dem Lokal.

Der Bass

Um 1925 gehörte auch ein Saal zur Gastwirtschaft „Zur Mühle". Betreiber zu der Zeit war Fritz Rabius. Bei einer Tanzveranstaltung saßen die Musiker wie üblich auf einem Podest. Diese Erhöhung war wohl zu schwach gebaut. Sie sackte zusammen. Die Musiker fielen von ihren Stühlen, es gab ein großes Durcheinander. Dann sagte ein Musiker zum Bassisten: „Nu iss de Bass in Morse", worauf der Bassist antwortete: „fal schlimmer, de Mors iss in Bass".

aus: Jubiläum 125 Jahre Posaunenchor Barver

Auf Tauchstation

Ein beliebter "Sport" war das „Fünf-Mark-Stück-Tauchen“. Ein 5-Mark-Stück wurde in das Gläserspülbecken geworfen und musste durch eintauchen in das Spülbecken mit dem Mund herausgeholt werden. Derjenige, der es schaffte konnte das Geldstück behalten. Wenn es nicht geschafft wurde, musste der Gast ein 5-Mark-Stück in eine Spardose für einen guten Zweck spenden.

Ein schlagfertiger Wirt

Es geschah Ende des 20. Jahrhundert in den damaligen Ratsstuben in Rehden. Nach einem Essen fragte der Wirt die Gäste, ob das Essen gut war. Die Antwort eines Gastes: „Ich habe schon besser gegessen!“ Reaktion des Wirtes: „Aber nicht bei uns!“

Die Pferde wissen den Weg

 In den 1950er und 1960er Jahren wurde die von den Landwirten frisch gemolkene Milch mit einem Pferdegespann zur Molkerei transportiert. Dazu stellten die Landwirte die 20-Liter-Kannen auf den „Melkebock“ an ihrem Grundstück. Der Melkewagen konnte ca. 50 Kannen transportieren. Die Milch wurde an der Molkerei abgeliefert und für die Rückfahrt Butter und Buttermilch geladen. Während der Wartezeit trafen sich die Kutscher in Patemanns Gasthaus, frühstückten, tranken Bier und Korn. Wenn ein Kutscher einen „über den Durst“ getrunken hatte, konnte er sich für den Rückweg auf seine Pferde verlassen. Schließlich kannten sie den Weg genau und hielten an jedem „Melkebock“ an. Das war für den Fahrer der Hinweis, die bestellte Butter und Buttermilch abzuladen.

Das Fahrrad

Heinrich Emker, Musiker und Mitbegründer des Posaunenchores, war mal wieder als Musikus unterwegs. Emkers hatten eine kleine Häuerlingsstelle vom Hof Osterbrink gepachtet. Ein kleines Zubrot erbrachte die Musik. Heinrich kam frühmorgens nach Hause, seine Frau hatte schon mit dem Füttern der Tiere begonnen. Natürlich waren die Höfe nicht so gepflastert wie heute. Es war ziemlich matschig. Heinrich fuhr mit seinem Fahrrad auf den Hof und rutschte aus, das Fahrrad lag über ihm. Dann kam seine Frau und schimpfte „Hier ligst du nun woller, du ; besopenet Schw....,". Heinrichs Antwort: „glöws du denn, dat ick hier gerne ligge".

Aus: Jubiläum 125 Jahre Posaunenchor Barver

Strammer Max

Die Speisekarte der Gaststätten enthielt häufig nur solche Gerichte, die auch in jeder privaten Küche zubereitet werden konnten. Eine beliebte Speise war der „Stramme Max“ eine Scheibe Brot mit Schinken belegt und darauf Spiegeleier. Ohne großen Aufwand und noch zu späterer Stunde konnte er zubereitet und dem Gast serviert werden. So geschah es auch, dass eine Gruppe Männer von einer Veranstaltung kommend kurz vor Mitternacht den „Schusterkrug“ aufsuchte, um noch einen „Strammen Max“ zu verzehren. Der Wirt nahm die Bestellung auf. Einer aus der Gruppe bestellte: „Für mich mit zwei Eiern!“ Als serviert wurde, staunte der Gast. Alle anderen der Gruppe hatten drei Eier auf dem Schinkenbrot. Auf seine verwunderte Nachfrage wurde ihm erklärt: „Du hast doch ausdrücklich einen „Strammen Max“ mit zwei Eiern bestellt.“

Der "Dieselball"

„Unser Steuersystem war für den Laien schon immer ein Buch mit sieben Siegeln. Seit den sechziger Jahren bekommen die Landwirte per Gesetz einen Teil ihrer Steuern, die im Preis des Diesels enthalten ist, zurückerstattet, die sogenannte Dieselrückvergütung. Diese Rückerstattung muss am Anfang eines neuen Kalenderjahres bei der Gemeinde beantragt werden. Da es über einhundert Antragsteller waren, war die Gaststätte Schild der ausgelagerte Antragsort der Gemeinde. Verbunden mit dem Antrag auf Dieselrückvergütung war die Bodennutzungserhebung, zu der alle bewirtschafteten Flächen und deren Art der Nutzung angegeben werden mussten.

Also trafen sich im Laufe des Tages alle Landwirte bei Schilds, um ihre Angaben zu machen. Die Worte Hektik und Stress waren zu der Zeit noch nicht bekannt. Nach dem formellen Teil trafen sich dann noch einige Landwirte zu einem Plausch bei einem Glas Bier oder Grog in der Gaststube. Es wurde über Viehpreise gefachsimpelt, sowie die technische Entwicklung und Zukunft der Landwirtschaft diskutiert.

Man hatte Zeit miteinander und füreinander. Der Termin der Dieselrückvergütung wurde zu der Zeit scherzhaft auch als „Dieselball“ bezeichnet.“ [1]

[1]Hollberg, Wilhelm, Unser Dorf und seine Bewohner im Wandel der Zeit“, S. 278

Der große Hunger

Ein schon angetrunkener Gast verspürte Hunger und bestellte ein halbes Hähnchen. Da der Gast Bedenken hatte, dass die weiteren Gäste sich an seinem Hähnchen schadlos halten könnten, ging er in das Clubzimmer. Dort übermannte ihn ein intensiver Schlaf, den auch die Gäste in der Schankstube bemerkten. Sie verzehrten das halbe Hähnchen und ließen die Knochen zurück. Als der Gast wieder erwachte, sah er nur noch die Knochen und sagte erstaunt: „Ich bin noch hungrig und hätte doch ein ganzes Hähnchen bestellen sollen“.