Gasthaus "Lindenhof"

Diepholzer Str. 117 (früher: Wetschen Nr. 2 )

Gründung

Das Gasthaus Eggerking wird erstmals 1860 wegen der Feier wilder Schützenfeste erwähnt. 1872 fand auf der Diele das erste offizielle Schützenfest statt. Das erste Gebäude brannte 1898 ab und wurde 1899 etwas weiter nördlich mit größerem Abstand zur Straße neu errichtet. 1913 baute Eggerking den Saal. 1914 fand dort der 1. Schützenball statt, 1974 der letzte. 1935/36 errichtete der Schützenverein mit Unterstützung des Wirtes hinter dem Vereinslokal einen richtigen Schießstand. Von 1901 bis zur Einweihung des neuen Schießstands und Schützenhauses bei Recker im Jahre 1974 war der Lindenhof Vereinslokal der Schützen. 1930 pachteten Friedrich Speckmann und seine Frau Rosine (geb. Schüddekopf) das Gasthaus. 

Am 4. Juli 1952 erteilte der Landkreis Edmund Speckmann (geb. Bytomski), der nach dem 2. Weltkrieg Grete Speckmann geheiratet hatte, die Genehmigung zum Betrieb der etwa seit 100 Jahren bestehenden Gastwirtschaft. Witwe Rosine Speckmann übergab wegen ihres hohen Alters an ihren Schwiegersohn Edmund, der den Lindenhof 1960 kaufte. Grete Speckmann und ihre Schwester Wilma waren wegen ihres Humors und ihrer Schlagfertigkeit bekannt

Start nach dem 2. Weltkrieg

Die Entwicklung der Gastwirtschaften nach dem zweiten Weltkrieg dokumentieren Unterlagen des Samtgemeindearchivs Rehden am Beispiel der Gaststätte Lindenhof in Wetschen. Das am 21.06.1948 nach der Währungsreform ausgezahlte sogenannte „Kopfgeld“ wurde in den Gastwirtschaftsbetrieb eingebracht. Es musste viel renoviert und angeschafft werden. Der Malermeister Reeßing aus Wetschen gab dem Saal und der Gaststube einen neuen Anstrich. Beim Tischlermeister Heinrich Mackenstedt aus Diepholz wurden 31 Stühle zum Stückpreis von 12,00 DM gekauft. In regelmäßigen Abständen fuhr Edmund Speckmann mit dem Postbus ( 0,70 DM/Hin- und Rückfahrt) nach Diepholz, um für die Gaststätte Zeitschriften zu kaufen. 

Die Diskothek

Nach dem Tod von Edmund Speckmann im Jahre 1977 wurde die Gastwirtschaft geschlossen, und Sohn Friedrich verkaufte sie an die Windhorst Gaststätten GmbH. Diese baute sie 1989 zur Diskothek um, die unter dem Namen „Zum Lindenhof“ weit über Wetschen hinaus bekannt wurde. Nach der Schließung kaufte die Gemeinde die Immobilie, ehe sie Bruno Boes erwarb und 2017 zu Wohnungen umbaute.