Geschichte

Landgasthaus Nüßmann

(von Irmgard Nüßmann geb. Sandmann)

1949 baute Alfred Sandmann auf Anraten seines Bruders Heinrich Sandmann eine Gaststätte mit seiner Frau Frieda im Hemsloher Bruch.

Es mussten einige Genehmigungen eingeholt werden, denn es gab schon 4 Schankwirtschaften im näheren Umkreis. Am 1. Januar 1950 konnte man die Schankwirtschaft eröffnen und einige Monate später kam ein Kolonialwarengeschäft dazu. Der Wagenfelder Landhandel eröffnete einen Lagerschuppen für Getreide und Düngerhandel, welcher vom Ehepaar Sandmann betrieben, bzw. verwaltet wurde. Auch wurde im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft betrieben. Ein Reitverein war zuvor gegründet. Das erste Reiterfest fand schon 1949 auf dem Grundstück der Schankwirtschaft statt. 1951 wurde die Fahnenweihe des Schützenvereins Hemsloher-Düversbruch ausgerichtet.

Alfred Sandmann war vielen bekannt Es kamen viele Radfahrer vorbei auf der Straße von Lembruch nach Wagenfeld und umgekehrt. Autoverkehr gab es noch nicht in dem Ausmaß wie heute. Die Bruchschule ca.1922 gebaut befand sich gegenüber, so dass die Schulkinder viele Sachen in dem kleinen Geschäft kaufen konnten.

Es entstanden 2 Torfwerke im Geestmoor. Viele Mitarbeiter kamen aus Nordrhein-Westfalen. Auf dem Nachhauseweg wurde oft Rast in der Gaststätte gemacht. Wenn es den Gästen nicht schnell genug ging mit der Bedienung, kam von Alfred der Spruch: „Kinners, dat is hier en Gasthus un kin Driefhus, ich kriege jau noch alle satt.“ Zum Frühjahr wurde von den Ströher und Weher Landwirten Vieh in das kleine Rehdener Bruch getrieben und Sonntags musste man nach dem Vieh sehen. Dabei wurde manche Fete gefeiert.

Von den älteren Bruchbewohnern wurde der Frühschoppen am Sonntags strikt eingehalten. Nach der Schließung der Bruchschule ca, 1968 eröffnete die Entsorgungsfirma Tönsmeier eine Filiale auf dem alten Schulgrundstück. Die Mitarbeiter kamen regelmäßig in die Gaststätte. Aber das allgemeine Kneipensterben begann und hätte auch bei uns zur Schließung der Gaststätte geführt, wenn nicht Enkeltochter Antje und Ehemann Konrad Neumeier (beide ausgebildete Köche) sich bereit erklärt hätten, die Gaststätte weiter zu führen. Somit hoffen wir, dass das Landgasthaus Nüßmann noch einige Jahre weiter bestehen kann.