Gasthaus Recker

Wetschen, Diepholzer Str. 81 (ehemals Wetschen Nr. 44)

 

Geschichte I

von Dietrich Stöhrer

Lohmeyer erwähnt das Gasthaus in seiner Chronik wegen der Poststelle. Eine regelmäßige Postverbindung gab es in Wetschen erst seit dem Jahre 1873. Seitdem fuhr werktäglich eine Postkutsche nach Diepholz und nach Nienburg. Der Postillion hielt bei der Gastwirtschaft und beförderte Briefe, Pakete und Reisende. 1881 wurde eine Posthilfsstelle eingerichtet. Beim Gastwirt konnte man Sendungen aufgeben und abholen. 1900 wurde ein Saal angebaut. Er wurde vielseitig genutzt für Feste, zum Geräteturnen und von 1946 -1949 bis zum Neubau der Volksschule sogar als Schulklassenraum

Geschichte II

Über die Gastwirtschaft steht 1872 in der Schulchronik, dass der Lehrer Wessel den Männergesangverein leitet. 1897 zog der MGV aus der Schule ins Gasthaus Fröhlking (heute Recker) um. Im Diepholzer Kreisblatt vom 28. Dezember 1902 lud der MGV Wetschen mit folgender Anzeige zum Sängerball im Gasthaus Kahling ein.

Am 4.1.1903 findet die diesjährige Winterfestlichkeit bestehend in Gesangsvorträgen, theatralischen Aufführungen und Ball im Vereinslokale Friedrich Kahling statt. Anfang präcise 7 Uhr. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlich ein Der Vorstand."

Wirte und Pächter

Gertrud Kahling heiratete 1934 Hermann Recker l. Sie eröffneten neben der Gaststube einen Kolonialwarenladen. Weil der Gewerbebetrieb nun gegenüber der Landwirtschaft überwog, erlosch der Erbhof. Den Laden führte Hannelore Recker noch bis 2006 fort. Das Gasthaus bewirtschafte Hermann Recker II. (genannt Hannes) bis 1967 selbst, dann folgten einige Pächter; Knoop, Bruchhild, Metzner, Koch und Stybalkowski. Unter der Geschäftsführerin Martina Finkenstädt war das gepflegte Gasthaus sehr beliebt. In dem schönen Saal wurden viele Familienfeste und Bälle gefeiert. Er wurde auch für Versammlungen, Verkaufsveranstaltungen, Theateraufführungen und nach Beerdigungen genutzt.