Gasthaus-Hotel Kahling

Rehden, Nienburger Str. 26 (ehemals Rehden Nr. 50)

Gründung und Gastwirte

Die Stelle, eine Landwirtschaft und Schenkwirtschaft, wurde von einem Nachkommen der Gaststätte Kahling (Recker 1836 durch Johann Heinrich Maschmann (*04.09.1808 + 01.07.1862) aus Wetschen gegründet. Das mögliche Gründungsjahr ergibt sich auch aus dem Antrag auf Erteilung der Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft vom 21.01.1937. Dort steht unter Nachweis des Bedürfnisses: „Seit über 100 Jahren besteht in meinem Hause, Rehden No. 50, die Gaststätte ...“ 

In der Steuerrolle von 1867 wird der Abbauer und Schenkwirt Heinrich Kahling als Eigentümer aufgeführt. August Friedrich Heinrich Kahling (* 04.08.1836 auf der Hof- und Gaststätte Kahling (später Recker) in Wetschen, + 16.03.1887) ist nach Heirat am 20.11.1863 als Kaufmann und Gastwirt in Rehden tätig.1887 übernimmt Friedrich Heinrich Kahling (* 03.02.1867 + 08.11.1936) die Gaststätte. Ihm folgt 1936 sein Sohn Heinrich Hermann Friedrich Kahling (* 02.02.1899 + 09.07.1961)

Nach dem Ausscheiden von Grete Kahling führen ihre Tochter Brigitte und deren Mann Frank Dossow die Gastwirtschaft weiter. Sie geben den Betrieb 1978 auf. Im selben Jahr übernimmt Horst Curth die Gaststätte. Er gibt sie1990 auf und erwirbt die Gastwirtschaft Neddermann- edhemals Gegeler - an der Düversbrucher Straße

Im gleichen Jahr wird der Saal mit den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden abgerissen und der Gaststättenkomplex von Hermann Johanning zu Mietwohnungen umgebaut. Eine physiotherapeutische Praxis und eine Fahrschule ziehen in die westlich gelegenen ehemaligen Geschäftsräume ein. [1]

[1] Vgl. Warns, Karl, Entstehung der Hausnummern in Rehden, unveröffentlichte Arbeit, Samtgemeindearchiv Rehden

Ausstattung und Nutzung

Im Gastraum befand sich eine Theke, sowie der Stammtisch, auch „Mausefalle“ genannt. Das Clubzimmer wurde als Restaurant genutzt. Im Saal mit Bühne finden Vereinsfeste statt: z.B. der Reiterball des Reitvereins, der „Tanz in den Mai“ des Gemischten Chores und nach der Umbenennung in „Sportlerklause“ im Jahre 1978 die beliebten Sportlerbälle des BSV „Schwarz-Weiß“ Rehden.

Die Mitglieder des Turn- und Sportverein Rehden von 1919 hielten im Saal ihre Übungsabende ab. Zeitweise war auch ein Kühlhaus untergebracht. Mitte des 20. Jahrhunderts fanden noch Hausschlachtungen statt. Eine längere kühle Lagerung der Fleischvorräte in den Wohnungen bzw. Häusern war nicht möglich. Die Bürger hatten die Möglichkeit entsprechend ihrer persönlichen Bedürfnisse ein Kühlfach zu mieten, um ihre Fleischvorräte dort zu lagern.

Das Geschäft Kahling entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem erfolgreichen Unternehmen. Zur Schenkwirtschaft werden ein Ladengeschäft und ein Landhandel eingerichtet. Am 25.03.1900 eröffnet in den Stallungen die Hengststation ihren Betrieb.

Nach dem 2. Weltkrieg wird eine Tankstelle gebaut. Von 1917 bis 1956 ist die Geschäftsstelle der Kreissparkasse Diepholz im Kahlingschen Anwesens untergebracht. Langjährige Leiterin war Frau Irmgard Harms, geb. Pape. Nach Heinrich Kahlings Tod übernimmt seine Frau die Gastwirtschaft. Die Räume des Landhandels werden an die Firma Rohlfing aus Barver verpachtet, die den Landhandel bis in die 90er Jahre fortführt

Veranstaltungen

Am 18. und 19. Mai 1913 fand das Bundessängerfest im Gasthaus Kahling statt. In den 1950er und 1960er Jahren gab es Filmvorführungen im Saal.

Anlässlich von Besuchen von Bundesministern im Landkreis Diepholz kamen die Minister Gerhard Stoltenberg und Rita Süssmuth zu Abschlussveranstaltungen nach Rehden.