Gasthaus "Zum Bahnhof" Diers

Rehden, Bahnhofstr. (ehemals Rehden Nr. 137)

rechts, im Hintergrund geradeaus der Bahnhof Rehden-Wetschen

Gründung

„Am 24.01.1913 kauft Heinrich Diers ein Grundstück in der Nähe des zukünftigen Bahnhofs und eröffnet dort nach Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1919 eine Gastwirtschaft, sowie eine Vieh- und Kohlenhandlung“. [1] Dazu erschien am 25. Januar 1913 im Diepholzer Kreisblatt folgender Artikel: „(Hoher Grundstückspreis). Der Sohn unseres Vorstehers Herr Heinrich Diers, der verheiratet ist und in Scholen, Kr. Sulingen, wohnt, hat gestern einen Morgen Land, das an der Stelle liegt, wo der Bahnhof Rehden-Wetschen zu stehen kommt, von Herrn Gastwirt H. Schwerking für 4000 M gekauft. Es ist dieses ein Preis, wie er in solcher Höhe hier noch nicht gezahlt worden ist. Herr Sch.[2] beabsichtigt auf der Fläche einen Hausbau vorzunehmen und ein Getreide- und Düngemittelgeschäft einzurichten. Man hört, daß Besitzer, die Grund und Boden an die Bahn abtreten müssen, auf Grund des Steigens der Preise für Grundstücke ihre Forderungen einrichten werden.“

[1] Hardemann, Rolf, Gaststätten in Rehden, unveröffentlichte Arbeit, Bestand des Samtgemeindearchivs Rehden,

[2] Hier muss es wohl richtigerweise heißen Herr D.

Gastwirte

Heinrich Diers, der 1886 in Rehden geboren wurde, war bis zu seinem Tode 1954 neben seiner Tätigkeit als Viehkaufmann auch als Gastwirt tätig. Danach übernahm Fritz Diers die Geschäftsführung von Gaststätte und Vieh- und Kohlenhandlung bis 1983. Sein Sohn Heinrich übernahm das Geschäft und führte es bis zu seinem Tod 1991. Nun übernahm seine Frau Marianne die Gaststätte und führte sie bis zum 31.03.2009

Weitere Nutzung

Die nachfolgenden Informationen hat Dietrich Stöhrer aus Wetschen zur Verfügung gestellt.

Gegenüber dem Hause errichtete die Genossenschaft einen Lagerschuppen für Güter wie Kartoffeln, Kunstdünger und Futtergetreide, die sie aufkaufte bzw. verkaufte. Vor dem Hause ließ Fritz Diers eine Viehwaage bauen. Später entstanden unmittelbar an den Gleisen Schuppen und Unterbringungsmöglichkeiten für angeliefertes Schlachtvieh.

Schnell entwickelte sich ein lebhafter Betrieb am Bahnhof und in der Gastwirtschaft. Händler und Viehhändler aus der Umgebung wie Kahling und Schwierking aus Rehden, Tiemann aus Wetscherhardt und Quante aus Dickel wickelten ihre Geschäfte am Bahnhof ab und hatten häufig hier zu tun. Die Viehhändler und auch Landwirte selbst ließen Vieh verladen und in die Städte transportieren. Auch aus Dickel und Wagenfeld lieferte man Vieh an. So wurde die Viehwaage oft benutzt. In der Gastwirtschaft herrschte reger Betrieb. Landwirte, die etwas abgeliefert hatten oder etwas abholen wollten sowie Händler und Viehhändler und andere Geschäftsleute kehrten gern hier ein ebenso wie Fahrgäste, die zu früh auf dem Bahnhof angekommen waren oder als „Abholer“ warten mussten.